Buchtipp: „Ich mach dich schlank!“ von Paul McKenna
24 Aug 2010 Hinterlasse einen Kommentar
in Buchtipps Tags:Ernährung, nlp
Eine Verwandte empfahl mir kürzlich das Buch „Ich mach dich schlank!“ von Paul McKenna. An sich stehe ich solchen Ratgebern sehr skeptisch gegenüber. Was mich aber aufhorchen ließ, war, dass ihrem Bericht nach McKenna genau die Kernthesen vertritt, die ich im Lauf meines Lebens auch herausgefunden habe. Also besorgte ich mir das Buch.
Besonders interessant war, dass er in seinem Buch das beschreibt, was ich von meiner Kollegin Doro gelernt und hier im Blog bereits erzählt habe: Dünne Leute denken nicht ans Essen – außer sie haben Hunger. Bei dicken Leuten ist das häufig anders.
Auch die weiteren Ratschläge kommen mir sehr bekannt vor: nur dann essen, wenn man Hunger hat (aber nicht bis zum Heißhunger warten!) und nicht, weil es 12 Uhr ist, nur das essen, was man wirklich essen will und nicht das, was man meint, essen zu müssen oder zu dürfen, gut kauen, langsam essen, lieber etwas übrig lassen als den Teller leer zu essen und nur so viel essen, wie nötig ist, um satt zu werden. (Deshalb ist langsames Essen wichtig: wer schlingt, verpasst den Sättigungspunkt und isst so mehr als nötig.)
Natürlich bleiben auch die unweigerlichen Fallbeispiele nicht aus – wobei einige Patienten extremes Übergewicht aufgrund von Eßsucht hatten. Was mir fehlt, ist ein Ratgeber für diejenigen, die eben NICHT Berge von Essen in sich hineinschaufeln und trotzdem nicht nennenswert Gewicht verlieren. Zwar empfiehlt McKenna Sport und Bewegung (wie üblich), bleibt hier aber etwas vage.
Positiv wiederum: McKenna macht klar, dass nur 1 % der Frauen die genetische Anlage zum Model hat und der Rest sich in dem Bauplan wohlfühlen sollte, der von der Natur für seinen Körper vorgesehen ist und sich nicht durch unrealistische, retuschierte Abbildungen in Hochglanzmagazinen verrückt machen lassen.
Die CD läuft gerade im Hintergrund – untermalt von beruhigender Meditationsmusik gibt ein Sprecher mit sonorer Stimme Ratschläge und Anweisungen, angeblich wirkt das Buch nur so richtig in Verbindung mit der CD. Ich bin für solche CDs zu ungeduldig (taugt vielleicht, wenn man sowieso in der S-Bahn festsitzt), aber das Buch fasst einiges, was mir durch eigene Erkenntnis schon länger bewusst wurde, nochmal schön zusammen. Insofern kann ich es empfehlen.
Oliver Hardy – Opfer einer Crashdiät
16 Jun 2010 Hinterlasse einen Kommentar
in Fallstudien Tags:Crashdiät, Schlaganfall
Wer kennt ihn nicht – Oliver Hardy, der Filmpartner von Stan Laurel, deutschen Zuschauern besser als „Dick“ aus „Dick und Doof“ bekannt, ein lustiger Bär von einem Mann.
Heute habe ich endlich mal seinen Lebenslauf recherchiert und stolperte darüber, dass er kurz vor seinem Tod 1957 massiv Gewicht verloren hat (Foto hier). Wie man in einem Blogeintrag hier nachlesen kann, kam diese große Gewichtsabnahme (von 300 auf 150 Pfund innerhalb von 10 Monaten) aber nicht von selbst, sondern aufgrund einer strengen Diät, die Hardy aufgrund eines Herzinfarkts für nötig hielt. 150 Pfund in 10 Monaten waren aber offenbar zuviel für seinen Körper – die Folge war ein Schlaganfall, aufgrund dessen er die Sprache verlor. Weitere Schlaganfälle und Koma folgten, am Ende dann der Tod.
Zitat aus „Know Old Time Radio“:
„In ten months, he went from being over 300 pounds to a more respectable 150 pounds. Unfortunately, his body couldn’t take it. He suffered a massive stroke on September 14, 1956. He became aphasiac, losing the power of speech. His wife, Virginia, took care of him and stayed constantly at his bedside. Babe had several more strokes before he died after being in a coma for weeks. He died on August 7, 1957, of cerebral thrombosis, at his mother in law’s home in the North Hollywood district of Los Angeles, where he lived for the last few years of his life. Babe was 65 years old. He is buried in the Masonic section of the Valhalla Memorial Park in North Hollywood.“
Natürlich werden wir nie erfahren, ob Oliver Hardy länger und besser gelebt hätte, wenn er auf eine Crashdiät verzichtet hätte und ob seine Herzprobleme sich verschlimmert hätten, aber 150 Pfund in 10 Monaten können nicht gesund sein, und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es ihm besser bekommen wäre, wenn er langsamer abgenommen und parallell gemäßigten Sport getrieben hätte. Ironischerweise litt sein schlanker Filmpartner Stan Laurel an Diabetes und war bis zu Hardys Herzproblemen der kränkere von beiden (laut „Know Old Time Radio“).
Crash-Diäten – wirkungslos
27 Mai 2010 Hinterlasse einen Kommentar
in Links, Zeitungsartikel Tags:Crashdiät, jojo, Kohlsuppendiät, Zitronensaftkur
Erfreulicherweise liest man inzwischen doch immer öfter, wie wirkungslos Crashdiäten sind. Hier ein Artikel, den ich gerade auf theintelligence.de gefunden habe: „Crash-Diäten – das Geschäft mit leerer Hoffnung“.
Der Artikel erklärt nochmal gut, warum Crashdiäten erstmal zu wirken scheinen (aufgrund des schnellen Verlusts von Gewebewasser) und letztlich aber zur Gewichtszunahme führen.
Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung
16 Mai 2010 Hinterlasse einen Kommentar
in Links Tags:Diskriminierung, Organisationen
Nützlich für alle, die sich wegen ihres Gewichts diskriminiert fühlen oder sich über dieses Thema informieren wollen: Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung. (Sehr interessant der Artikel „Verbeamtung trotz Adipositas“.)
Die Anti-Stress-Diät
06 Mai 2010 1 Kommentar
in Ernährung Tags:Cortisol, Stress
Mein Chef und ich hatten eines gemeinsam: bei Stress legten wir ordentlich Pfunde zu. Wir trösteten uns damit, dass wir Stress-Esser seien. Das war aber nur ein Teil der Wahrheit, denn es gab Phasen, wo die Zahlen auf der Wage höher und höher wurden, obwohl sich an der Ernährung nichts geändert hatte. Nur der Stresspegel war höher – und dabei ging es nicht um die normale Hektik, die zum Berufsleben dazugehört, sondern um negativen Stress, „Dystress“, der im Menschen Fluchtreflexe aktiviert, die aber in unserem Alltag nicht angemessen ausgelebt werden können.
Die tieferen Zusammenhänge waren mir nicht klar, ich wunderte mich nur über die explosionsartige Gewichtszunahme. Erst viel später fand ich im Internet heraus, dass bei Stress vermehrt das körpereigene Stresshormon Cortisol ausgeschüttet wird, dessen Nebenwirkungen dem Medikament Cortison vergleichbar sind – und Cortison führt zu Gewichtszunahme: Dickmacher Stress (Bericht im „Medical Mirror“).
Statt die Nahrungszufuhr einzuschränken, ist es daher oft empfehlenswerter, den Stress-Quellen auf die Spur zu kommen und sie zu entschärfen – beispielsweise, indem man den Alltag anders organisiert, wo möglich – oder lernt, auf Stress-Situationen entspannter zu reagieren.
Süßstoff und die Folgen
05 Sep 2009 Hinterlasse einen Kommentar
Dass Süßstoff mit Vorsicht zu genießen ist, weil er den Appetit noch vergrößert (nicht ohne Grund wird er bei der Schweinemast verwendet), wussten wir schon vorher. Aber was jetzt über Aspartam bekannt wird, macht schon richtig Angst. Dann doch lieber Cola mit Zucker und dafür mal ein paar Gläser weniger. Schmeckt übrigens auch besser.
Hungern ist schlecht für Migräniker
24 Aug 2009 Hinterlasse einen Kommentar
in Ernährung Tags:blutzucker, hunger, kopfschmerz, kopfschmerzen, migräne, serotonin, unterzuckerung
Selbst mit chronischer Migräne geschlagen, merkte ich recht schnell, dass Hungern (wie z. B. bei Heilfasten üblich) bei mir nicht etwa bewußtseinserweiternd, sondern vor allem kopfschmerzerweiternd wirkte. Damit fand mein bisher einziger Versuch in dieser Richtung ein jähes Ende. Mit zunehmendem Alter wurden die Anfälle stärker, und außerdem reagierte der Körper immer sensibler auf Hunger, z. B. unterwegs. Ich habe mir daher angewöhnt, immer eine Notration dabei zu haben, auch in der Arbeit. Dabei bewährten sich fettreiche Nahrungsmittel besser als kohlehydratreiche.
Die Erklärung dafür fand ich neulich auf miginfo.de, wo verschiedene Migränediäten bewertet werden:
„Unterzuckerungen (auch versteckte) gehören zu den gravierensten Migräneauslösern (bei ausgelassenen Mahlzeiten, nach zu viel Schlaf, bei Stress, nach dem Sport, in der Entspannung) und sind in aller Regel nicht – wie die Autorin empfiehlt – durch häufige kleine kohlenhydrathaltige Mahlzeiten zu beheben, sondern eher durch eine grundlegende Ernährungsumstellung: Mehr Eiweiß, mehr Fett, weniger Kohlenhydrate. Der Körper sollte wieder in einen Zustand versetzt werden, in welchem er den Blutzuckerspiegel auch ohne ständige Nahrungsaufnahme konstant halten kann.“
Weiter unten findet sich dann noch der Vermerk:
„Wer seinen Serotonin-Spiegel langfristig stabilisieren will sollte sich eher Protein- und Fett-reich (Fleisch, Fisch, Eier) ernähren. Damit vermeidet er auch die problematischen Serotonin-Schwankungen (u. a. auch mit zuviel Serotonin), die stark kohlenhydrathaltige Speisen verursachen können.“
Der Zusammenhang zwischen Blutzuckerspiegel und Migräne war mir bis dato unbekannt gewesen – aber mein Körper wusste das immer schon. Ein Grund mehr, auf ihn zu hören.
Grüner Tee: gut für Herz und Kreislauf
24 Aug 2009 Hinterlasse einen Kommentar
in Ernährung Tags:Ernährung, gesundheit, tee
Ein 80jähriger, sehr vital wirkender Herr mit Herzschrittmacher empfahl mir kürzlich grünen Tee, seit der OP vor über 10 Jahren trinkt er regelmäßig zwei Tassen pro Tag, weil er gut gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein soll. Erste Netzrecherchen bestätigen das. Der grüne Tee wird pur, ohne Zusätze wie Zucker genossen – schmeckt so aber auch am besten. An den Geschmack muss man sich gewöhnen, aber das ist bei Kaffee und Schwarztee nicht anders.
Interview mit Udo Pollmer
18 Aug 2009 3 Kommentare
in Links Tags:interview, pollmer
“ ‘Ernährungsberatung’ ist in erster Linie Gewalt von Frauen gegen Frauen“ lautet die Titelzeile des Interviews, das das Magazin GALORE mit Ernährungswissenschaftler Udo Pollmer geführt hat. Unbedingt lesenswert. Unter anderem geht Pollmer auf die Rolle der Ernährungslehre als Ersatzreligion ein – Büßen und Geißeln war gestern, heute machen wir Diät.
Das Interview bietet außerdem ein paar verblüffende Erkenntnisse, z. B. warum die vielbeschworenen Pellkartoffeln mit Schale für Kinder sogar giftig sind (dann ist mir auch klar, warum ich die Schale nie gemocht habe!) und Pommes mit Ketchup unter Umständen gesünder sein können.
(Danke an botenstoff für den Link!)
Motivation und Demotivation
16 Aug 2009 Hinterlasse einen Kommentar
in Erinnerungen Tags:arzt, ärzte, demotivation, freund, freunde, jojo, motivation, sport
Mein Frauenarzt war nicht begeistert von meinem Übergewicht – immer wieder wies er mich darauf hin, dass es wichtig sei, dass ich abnehme.
Mit sehr viel Disziplin schaffte ich es dann tatsächlich, in vier Monaten 14 Kilo abzunehmen, und berichtete das stolz beim nächsten Untersuchungstermin. Er sah mich kurz an und meinte nur: „Das haben Sie in zwei Jahren mit Zinsen wieder drauf.“
Ich habe diesen Arzt nie wieder aufgesucht. Natürlich behielt er recht, aber wenn er mich damals bestärkt hätte, das Erreichte zu halten und so weiterzumachen, wäre es vielleicht anders gekommen. Es hätte auch enorm geholfen, wenn mein damaliger Freund den ersten Erfolg gewürdigt hätte, statt nur zu sagen „da muss aber noch einiges runter“ und mit mir über den Sinn und Unsinn meiner damaligen Methode (alle 48 Stunden eine Sport-Einheit) zu diskutieren. Übrigens haben 4 Monate Dauer-Sport nicht dazu geführt, dass ich plötzlich Spaß an Sport entwickelt hätte. Ich musste mich jedes Mal aufs Neue dazu antreiben.
Wenn ihr euren Freundinnen, Freunden und Patienten helfen wollt, dann unterstützt sie, statt sie zu demoralisieren. Ihr wollt doch, dass es ihnen besser geht?
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