Die Anti-Stress-Diät

Mein Chef und ich hatten eines gemeinsam: bei Stress legten wir ordentlich Pfunde zu. Wir trösteten uns damit, dass wir Stress-Esser seien. Das war aber nur ein Teil der Wahrheit, denn es gab Phasen, wo die Zahlen auf der Wage höher und höher wurden, obwohl sich an der Ernährung nichts geändert hatte. Nur der Stresspegel war höher – und dabei ging es nicht um die normale Hektik, die zum Berufsleben dazugehört, sondern um negativen Stress, “Dystress”, der im Menschen Fluchtreflexe aktiviert, die aber in unserem Alltag nicht angemessen ausgelebt werden können.

Die tieferen Zusammenhänge waren mir nicht klar, ich wunderte mich nur über die explosionsartige Gewichtszunahme. Erst viel später fand ich im Internet heraus, dass bei Stress vermehrt das körpereigene Stresshormon Cortisol ausgeschüttet wird, dessen Nebenwirkungen dem Medikament Cortison vergleichbar sind – und Cortison führt zu Gewichtszunahme: Dickmacher Stress (Bericht im “Medical Mirror”).

Statt die Nahrungszufuhr einzuschränken, ist es daher oft empfehlenswerter, den Stress-Quellen auf die Spur zu kommen und sie zu entschärfen – beispielsweise, indem man den Alltag anders organisiert, wo möglich – oder lernt, auf Stress-Situationen entspannter zu reagieren.

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